Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich mich ernsthaft frage: „Wie geht Leben?“
Natürlich gibt es dazu ganz viele einschlägige Studien über Lebensglück und unzählige schlaue Tipps, aber was ist, wenn sich dennoch alles, was da steht, tief im Inneren oberflächlich und leer anfühlt?
Ich habe manchmal das Gefühl, dass alles, was ich lese und erfahre, mich mehr und mehr von meinem Ziel entfremdet – mich weiter aushöhlt und leer zurücklässt. Jede neue Information schwemmt meine Essenz weiter aus – Tropfen für Tropfen für Tropfen…
Dabei will ich doch eigentlich nur Leben – glücklich und unbeschwert. Geliebt, geachtet und geehrt auf Augenhöhe mit jedem Menschen um mich herum. Keiner ist besser oder schlechter. Jeder ist einfach nur anders. Eine weitere kleine zart schimmernde Spiegelscherbe im großen Mosaik des Lebens. Eng aneinander geschmiegt – Hand in Hand und Herz an Herz.
Also was ist Leben? Wodurch begründet sich unsere Existenz? Was ist der tiefere Sinn hinter allem? …und vor allem, wie finde ich wieder zurück zu mir?
Die vielen zermürbenden Jahre im Hamsterrad haben mir sehr eindrücklich gezeigt, dass DAS nicht richtig sein kann. Die Illusion vom Erfolg, Ruhm und dem großen Geld – zu Lasten von Gesundheit, Liebe und Lebensfreude. …und dann dieses ständige „Jeder gegen Jeden“. Vergleiche, Bewertungen und Wettbewerb – ganz wie noch in Kindertagen, wo wir es noch nicht besser wussten…
Haben mir die vergangenen Jahre nicht mit jeder neuen Lebenslektion geduldig zu zeigen versucht, was richtig oder falsch ist? …aber auch das ist letztendlich wieder einmal nur eine Bewertung. Nicht jeder Irrweg ist per se verlorene Zeit – und so mancher vermeintliche Glücksmoment fühlt sich in der Rückschau oberflächlich und unbedeutend an.
Im Moment habe ich das Gefühl, im Nebel herumzuirren – umgeben von irreführenden Wegweisern, die mich doch alle nur im Kreis herumführen bis ich ermattet und ausgelaugt wieder am eigentlichen Ausgangspunkt ankomme.
…und dennoch ist da immer wieder eine leise, ganz zarte Stimme, die „Folge mir“ in mein Ohr flüstert… Doch durch die laute Kakophonie des Lebens kann ich die Richtung nicht bestimmen.
So treibe ich weiter durch den Strudel aus Gefühlen und Eindrücken – und die einzige Frage, die bleibt, ist:
Wie geht Leben?